Gemeindenachricht

Bürgermeister Tabor zu Jahrmärkten


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der irreführende Zeitungsartikel über die Zukunft und Neuausrichtung der Jahrmärkte in Appenweier hat in den letzten Tagen einige Reaktionen ausgelöst.

Ganz objektive Gründe führen dazu, den Spätjahresmarkt nicht abhalten zu können. Durch die Abrissarbeiten am Rathaus steht die Festfläche nicht mehr zur Verfügung, auch Teile der Nesselrieder Straße werden von den Bauarbeiten temporär betroffen sein. Die Corona-Lage führt aktuell zu weiteren Planungsschwierigkeiten.

Ich weise daher noch einmal auf den offiziellen Beschluss hin: „Für die Dauer der Bauphase (des Rathauses) entfallen die Jahrmärkte. Es wird ein Arbeitskreis für die Weiterentwicklung und Neukonzeption gebildet.“

Nicht mehr, aber auch nicht weniger hat der Bezirksbeirat am 08. Juni einstimmig beschlossen. Die Zeit, in der der Markt aufgrund der Rathausbaustelle ohnehin pausieren muss, wollen wir sinnvoll nutzen, um in Zukunft mit einem neuen Konzept starten zu können.

Niemand hat bei der Debatte im Bezirksbeirat Jahrmärkten an sich die Daseinsberechtigung abgesprochen oder die Leistung der Aussteller und Marktbeschicker in Abrede gestellt.

Die Diskussion drehte sich dabei ausschließlich um den Frühjahrs- und Spätjahresmarkt in Appenweier, die beide seit Jahren an Attraktivität verlieren und damit in ihrer derzeitigen Form nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Dies war der Kontext des Tagesordnungspunktes und der gesamten Sitzung.

Ziel der vergangenen zehn Jahre war es, die Märkte insgesamt zu beleben – so wurde ab 2011 die Marktorganisation wieder zentral übernommen und jedes Jahr ein buntes Rahmenprogramm kreiert. Seien es Ausstellungen, Vereinsprogramme, Aktionen der Feuerwehr, Hochzeitsausstellung oder Autoschau – um hier nur einiges zu nennen. Auch die Markttage wurden bereits mehrfach angepasst, von Sonntag/Montag auf Samstag/Sonntag und zuletzt nur noch den Sonntag. Das Einkaufverhalten hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt – von essentiell auf einem Krämermarkt feil gebotenen Waren gibt es heute das gesamte Jahr über eine breite Auswahl.

Dass dazu in einem politischen Gremium unterschiedliche Ansätze aufkommen und auch bereits einige Ideen in Raum geworfen wurden liegt in der Natur der Sache. Die Impulsdiskussion des Bezirksbeirates hat bereits in wenigen Minuten unterschiedlichste Ideen, angefangen von Lösungen ohne einen klassischen Jahrmarkt über die Kombination aus Jahrmarkt und Fest bis hin zu einem Weihnachtsmarkt erbracht. Deutlich wurde vor allem, dass ein „Festhalten“ an der bisherigen Konzeption weder sinnvoll, noch zielführend ist, da die Festgemeinschaft der Vereine zuletzt angekündigt hat, nicht mehr auf dem Jahrmarkt mitzuwirken. Parallel haben einige altgediente Aussteller ebenfalls angekündigt, künftig nicht mehr in Appenweier mit dabei sein zu wollen.

Der Arbeitskreis soll daher ergebnisoffen und ohne Denkverbote Ideen über die zukünftige Neuausrichtung (Name/ Veranstaltungsort/ Datum/ Inhalt) erarbeiten. Die Vorschläge werden als weitere Diskussionsgrundlage im Bezirksbeirat dienen.

Am Ende zählt bekanntlich das Ergebnis - dieses sollte auch in diesem Fall zunächst abgewartet werden. Die teilweise heftige Kritik ist daher zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, da es noch gar kein Resultat gibt, dass man heute kritisieren könnte. Es sei denn, man stört sich grundsätzlich daran, dass die Gemeinde Veränderungen andenkt.

Wir sind froh und dankbar, dass so viele Menschen den Märkten in den letzten Jahren die Treue gehalten haben. Ich bin mir daher sicher, dass es uns in Zukunft gelingen wird liebgewonnene Tradition und neue Ideen erfolgreich miteinander zu verbinden.

Ihr
Manuel Tabor
Bürgermeister