Gemeindenachricht

Stele am Friedhof Zimmern enthüllt


Im Rahmen eines kleinen Festaktes wurde letzte Woche die Stele von Ortsvorsteherin Pamela Otteni-Hertwig im Beisein von Bürgermeister Manuel Tabor und des Ortschaftsrates enthüllt. Die Stele wurde vom Urloffener Ortschaftsrat aus Erlösen des Zimmerer Christkindelsmarkt gespendet und von Manuela Weigel aus Cortonstahl gefertigt.

Stele Zimmern

In ihrer Ansprache betonte die Ortsvorsteherin die Wichtigkeit der Vermittlung von Geschichte. Die Inschrift der Stele beschreibt die Geschichte der spätgotischen Kapelle Zimmern. Bereits 1389 soll in Zimmern ein Gotteshaus aus Holz gestanden haben. Das Baujahr der heutigen Kapelle wird mit 1517 angenommen. Die Recherchen zur Geschichte der Kapelle stammen von Urloffens ehemaligen Ortsvorsteher Siegfried Spengler.

Stele Zimmern

Die Inschrift der Stele:

Eine spätgotische Kapelle
Im „Zimmerer Waldbrief“ von 1389 finden wir den Hinweis, dass ein Edler namens Eppo dem Kirchspiel St. Martin in Zimmern ein Gotteshaus aus Holz stiftet. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bleibt St. Martin der religiöse Mittelpunkt der drei früheren Dörfer Zimmern, Urloffen und Rüchelnheim. Das jetzige Gebäude entstand  nach einem Brand im 15. Jahrhundert. Wir nehmen als Baujahr der heutigen spätgotischen Kapelle das Jahr 1517 an - obwohl Turm, Langhaus und Sakristei zu unterschiedlichen Zeiten errichtet wurden. Die drei barocken Altäre des heutigen Bestandes stellte der Offenburger Künstler Franz Leonhard Vivell um 1730 her.
Spätestens mit der Einführung eines eigenen Festes zu Ehren der Schmerzensmutter Maria durch das Straßburger Bistum im Jahr 1502 hat die die Wallfahrt auch in Zimmern Einzug gehalten. Dass diese Verehrung von alters her in Zimmern stattfand, beweisen die Bildtafeln und das Gnadenbild.
Über lange Zeit gibt es über die Verehrung der Schmerzensmutter keine Aufzeichnungen.  Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Sie neu belebt und die Kirche entwickelte sich zu einem Anziehungspunkt auch für die weitere Umgebung. Die Zimmerner Kirche widerstand allen Kriegswirren vom 17. bis 20. Jahrhundert und bot Einwohnern Schutz und Zuflucht.
Immer haben die Verantwortlichen durch Renovierungen im Außen- und Innenbereich dazu beigetragen, dass das Kirchlein bis heute vielen Gläubigen  Erbauung, Trost und Ruhe bietet.

Stele Zimmern