Gemeindenachricht

Gedenktafel erinnert an Georg Lechleiter: Zur Erinnerung an den 1942 hingerichteten Widerstandskämpfer


Bereits vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete der in Appenweier geborene Widerstandskämpfer als Schriftsetzer in der Schweiz und wurde dort Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend. 1918 ließ er sich in Mannheim nieder und trat der SPD bei. Über die USPD und den Spartakusbund kam er zur KPD und war 1920/1921 Leiter einer Buchhandlung für sozialistische Literatur. Danach wurde er Sekretär der KPD in Mannheim, erinnerte Bürgermeister Manuel Tabor.

Ab 1922 arbeitete er als Redakteur der »Arbeiterzeitung«. Wegen einiger Artikel über die »Schwarze Reichswehr« verbüßte er 1923 eine Festungshaft von einem Jahr und einem Monat. Von 1924 bis 1933 vertrat er die KPD im Mannheimer Stadtrat und war Vorsitzender der KPD-Fraktion im Badischen Landtag. 1933 wurde er im KZ Kislau und dem KZ Ankenbuk inhaftiert und 1935 nach seiner Entlassung als Erdarbeiter am Westwall eingesetzt.

Erst 1937 konnte er wieder als Schriftsetzer tätig werden. Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 gab das Signal für die Wiederbelebung des kommunistischen Widerstands und Georg Lechleiter wurde Leiter des »Mannheimer Widerstands«. Wegen der illegalen Herausgabe der Zeitung »Der Vorbote« wurde er mit seinen Weggefährten angeklagt und hingerichtet.

Rosi Lechleiter, das aus Franken angereiste Mitglied der Familie Lechleiter, trug ein Gedicht vor – das letzte, das von Georg Lechleiter geschrieben wurde. Es malte die Heimat Baden, vor allem des Schwarzwaldes, in berauschenden Farben.

Text und Foto: Wolfgang Löhnig

Gedenktafel erinnert an Georg Lechleiter: Zur Erinnerung an den 1942 hingerichteten Widerstandskämpfer

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