Die Geschichte von Nesselried

1120

  • Ersterwähnung Nesselrieds im Anhang des „Reichenbacher Schenkungs-
    buches“, das Gütergeschäfte und Besitzverhältnisse des Klosters verzeichnet

1150

  • Eine Schenkungsurkunde führt mit Adelbert de Nescilrit zum erstenmal den Ortsnamen auf, der wie einige Gewannbezeichnungen auf Rodung hinweist. Wie die Gründungszeit -der Raum soll von Nußbach aus besiedelt worden sein- ist die Geschichte des ganzen Mittelalters noch kaum erforscht. Viele Grundherren besaßen auf der Gemarkung Güter, die Staufenberger, Geroldsecker, Schauenburger, Röder und Rohart. Schon früh werden neben Einzelhöfen(Schweighof, Laubenhof) auch Weiler genannt, Weilerhof(1336: Weiler), Illental, Ufholz.

    Aus den unterschiedlichen grundherrschaftlichen Verhältnissen scheint sich die Teilung des Ortes zwischen zwei Landesherren gebildet zu haben, Obernesselried gehörte auf dem von Geroldseckern über die Staufenberger an die Markgrafen gelangten Gebiet zum badischen Stab Durbach, Unternesselried auf früher schauenburgischem Besitz zu Nußbach und damit zur Landvogtei, Gericht Appenweier.

    Ähnlich war auch die kirchliche Organisation aufgeteilt, jahrhundertelang betreuten Prämonstratenserchorherren aus Allerheiligen mit Nußbach auch die Einwohner Nesselrieds. 1666 kam Obernesselried zur neugegründeten Pfarrei Durbach, Unternesselried blieb bei Nußbach, ein Teil wurde Appenweier angegliedert.

ca. 1500

  • Ein unbekannter Künstler stellt das Wallfahrtsbild der Marienkapelle her. 

1630

  • Bau einer Kirche in Nesselried, 1662 wird sie als "Unserer Lieben Frau Capell" bezeichnet.

1668

  • Die staufenbergischen (aus Obernesselried) und die kaiserlich österreichischen (aus Unternesselried) Untertanen beschließen eine Dorfordnung aufgrund einer früheren, in Kriegszeiten verlorengegangenen Urkunde. 

18.Jahrhundert

  • Zeitweise wohnen in Nesselried wie in Durbach und Offenburg Mitglieder der Familie Ried, aus der berühmte Verwaltungsbeamte und Soldaten stammen. Josef von Ried kämpft im Siebenjährigen Krieg ebenso erfolgreich gegen die Preußen, wie er danach neue Futterpflanzen und Rebsorten züchtet. Die Marienkapelle wird im barocken Stil umgebaut.

1805

  • Übergang an Baden.

1807

  • Die beiden Ortsteile bauen ein gemeinsames Rathaus.

1871

  • Unter- und Obernesselried vereinigen sich zu einer Gemeinde. 

1876

  • Anstelle der alten Kapelle wird eine neue Kirche errichtet mit dem Patrozinium "Mariä Himmelfahrt". 

1900

  • Die bisherige Kuratie wird selbständige Pfarrgemeinde. 

1914-1918

  • Im Ersten Weltkrieg sterben 28 Männer. 

1939-1945

  • Barackenlager, vor und während des Krieges angelegt, dienen als Unterkünfte, als Waffen- und Bekleidungsdepots. Von 210 Kriegsteilnehmern fallen 68. Nach dem Krieg Intensivierung und Spezialisierung der bisherigen Landwirtschaft, auch im Feierabendbetrieb: Milchwirtschaft, Kern- und Steinobstanbau, verbunden mit Kleinbrennerei, Weinbau. Viele Einwohner arbeiten in den umliegenden Städten.

1971

  • Das bisher selbständige Dorf schließt sich in der Form der Ortschaftsverfassung der Gemeinde Appenweier an. Ausbau des Ortes zur modernen Wohngemeinde mit entsprechender Infrastruktur: mehrere neue Baugebiete, Kindergarten, Grundschule, Gemeindehalle, Sportanlagen.

    Zusammengestellt von Karl Maier